Die sogenannte "Flüchtlingsproblematik" hat die deutsche Innenpolitik vor einigen Jahren mit einem rasanten Anstieg der eingeschickten Asylanträge regelrecht überrollt. Von 1990 bis 2007 gab es keinen besonders großen Ansturm an Asylbewerbern. Jedoch zeigt sich an den Daten der eingegangenen Anträge im Jahre 2013 auf das darauffolgende Jahr 2014 deutlich, dass es einen gewaltigen Anstieg an Asylbetenden gab.

 

Die aktuelle Zahl der sich im Land befindenden Flüchtlinge kann allerdings nie mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit genau fest gelegt werden, da nicht jeder Asylanträger in Deutschland ankommt. So kommt es zu Fehlregistrierungen. Tatsächlich ist es so, dass viel mehr Registrierungen vorliegen als es tatsächliche Asylbewerber gibt.  Ebenso wird es durch die Verteilung der Flüchtenden in Erstaufnahmestellen, welche von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten dauern kann, immer unüberschaubarer, welche Person sich gerade wo genau aufhält.

 

Das Asylverfahren wird in Deutschland seit 1995 unterschieden zwischen Erst- und Folgeanträgen. Der Erstantrag umfasst hierbei den ersten Antrag, den ein Asylbewerber stellen kann, wobei ein Folgeantrag gestellt werden kann, wenn der Erstantrag abgelehnt wird. Folgeanträge sind allerdings wesentlich seltener und werden meist ein weiteres Mal abgelehnt. Die meisten Erstanträge wurden im August 2016 gestellt, allerdings sind die Zahlen der Anträge danach gesunken und der starke Ansturm an Flüchtlingen hat sich beruhigt. In diesem Jahr, 2017, erhielt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zwischen Januar und Mai bereits 95.134 Asylanträge, was aber im Gegensatz zu den vorausgegangenen Jahren keine allzu große Zahl darstellt. Desgleichen entspricht diese Zahl nicht Derjenigen, die die tatsächlich angenommenen Anträge angibt. Die Verteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer wird durch den Königsteiner Schlüssel (in diesem ist geregelt, wie sich die Bundesländer Deutschlands an den aufkommenden Finanzen beteiligen, je nach Steueraufkommen und Bevölkerungszahl) geregelt, wobei Nordrhein-Westfalen mit 24.951 die meisten Asylanten aufgenommen hat und Baden-Württemberg mit 8.851 aufgenommenen Asylstellern auf Rang Drei liegt (Stand 2017).

 

Die gestellten Anträge werden zu 39% abgelehnt, zu 21% angenommen, zu 17% erhalten sie den sogenannten subsidiären Schutz und die restlichen Anträge werden auf andere Weisen bearbeitet. Personen, die unter subsidiärem Schutz stehen, dürfen nicht in ihr Heimatland zurückgeschickt werden. Dieser Status wird durch drei mögliche Faktoren erreicht: Zum einen durch die drohende Todesstrafe im Heimatland. Zum anderen durch anstehende Folter im Heimatland oder bei ernsthafter individueller Bedrohung durch einen internationalen oder innerstaatlichen Konflikt.

 

Die europäische Asylpolitik wird von vielerlei Seiten als kritisch angesehen, seitdem es das sogenannte "Dublin-Verfahren" gibt. Laut diesem Verfahren sind die Länder, die von den Flüchtenden als erstes betreten wurden, für die ankommenden Asylanten zuständig. Dadurch werden aber besonders die Länder an den europäischen Außengrenzen belastet. Ein weiteres Problem stellt das unsolidarische Verhalten der Mitgliedstaaten Europas dar, da bis auf wenige Ausnahmen, wie Deutschland oder Schweden, nicht viele Staaten dazu bereit sind, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen. Aufgrund dessen erfolgt seit einigen Monaten eine Diskussion, ob ein Quotensystem eingeführt werden soll, bei welchem aufgrund von Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft und Arbeitslosenquote entschieden wird, wie viele Flüchtlinge in welches Land eingewiesen werden.

 

 

 

Eine durchschnittliche Altersgruppe für Asylanträger lässt sich nicht feststellen, da diese aus allen verschiedenen Altersgruppen stammen. Allerdings bestimmen einen Großteil der Asylsuchenden die unter 40-Jährigen, dabei ganz besonders die Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren. Insgesamt gehören 37% der Flüchtlinge in Deutschland zu der Altersgruppe zwischen 0-15 Jahren, 20% bestehen aus 18-24-Jährigen, und die restlichen Bewerber liegen über diesem Alter. Was ebenfalls heraussticht ist, dass es einen wesentlich höheren Anteil an männlichen Bewerbern gibt, als an Weiblichen.  Im Alter von 0-15 Jahren ist der Anteil an männlichen und weiblichen Kindern noch fast genau gleich, mit steigendem Alter zeichnet sich allerdings deutlich ab, dass der Anteil an weiblichen Bewerberinnen deutlich zurückgeht.